5. Woche – 5. Ort

Justizpalast

Diese Woche war ich nicht am Wochenende unterwegs und konnte mir deshalb ein öffentliches Gebäude anschauen, da diese ja am Wochenende nicht offen haben.

Und zwar war ich im Justizpalast. Da ich bisher noch nichts mit Gerichten zu tun hatte, war ich auch noch nie dort. Und als mich letztes Jahr meine Eltern besucht haben und wir eine Stadtrundfahrt mit der Tram gemacht haben, konnte ich ihnen noch nicht mal sagen, was das für ein tolles Gebäude ist.


Im Buch „111 Dinge die man in München gesehen haben muss“ habe ich gelesen dass sich der Besuch lohnt, also habe ich meinen freien Tag genutzt um mir diesen mal anzuschauen.
So einfach wie in die Uni bin ich da nicht hinein gekommen, sondern musste, wie am Flughafen meine Jacke Tasche und mich selbst scannen lassen. Glasflaschen sollte man also lieber nicht dabeihaben. Nach dieser Prozedur stand ich dann auch gleich in der riesigen Eingangshalle.

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Rechts und links kann man über Treppen in die einzelnen Stockwerken und hat von da aus einen tollen Ausblick.


In dieser und in den Gängen, werden noch bis 17.März im Rahmen der Ausstellung Kunst – Recht – Gemacht, Skulpturen des Künstlers Olli Marschall und Bilder von Klaus E. Müller ausgestellt.

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Mein eigentliches Ziel ist jedoch der Sitzungssaal 253 (ehemals 216). Dort wurde 2007 eine Dauerausstellung zum Gedenken an die Münchner Widerstandsgruppe Weiße Rose eröffnet.
Die Geschwister Scholl und Christoph Probst wurden hier 1943 in einem nur dreistündigen Prozess zum Tode verurteilt und dann nur vier Stunden später, in Stadelheim enthauptet.
Beim Betreten des Raumes empfinde ich erst mal nix besonderes, hatte irgendwie gedacht, dass mich dieser historischer Ort berührt. Erst beim Lesen des Urteils, verstehe ich was damals in München und ganz Deutschland abgegangen ist. Die Willkür und Brutalität des Urteils und der Hinrichtung lassen es mir kalt den Rücken herunter laufen. Gerade in Zeiten wie den heutigen, in denen wieder mehr und mehr faschistische Gedanken verbreitet werden.


Das aber nur am Rande, das Gebäude ist wirklich toll und hat eine großartige Architektur. Ich bin immer wieder beeindruckt von öffentlichen Gebäuden die vor über 100 Jahren noch ohne größere elektrische Maschinen von Menschenhand erschaffen wurden. Auch dieses Gebäude ist ein viel zu wenig erwähntes Gebäude in München.


Hatte tatsächlich kurz überlegt, wie ich es wohl schaffe, dort arbeiten zu dürfen, um jeden Tag durch dieses großartige Gebäude gehen zu dürfen.

Auf jeden Fall wert es anzuschauen!

Alles liebe und bis nächste Woche, Yvonne

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